"Bauna-Center" im Fokus

Veröffentlicht am 10.03.2025 in Allgemein

Schon vor sieben Jahren suchte Baunatal einen Investor für das Parkhausgrundstück, als feststand, dass es aufwändig saniert werden muss. Die damals geschätzte Investition von 1 Million Euro dürfte heute bei weitem nicht mehr ausreichen. Aus dem Projekt wurde damals nichts, weil sich keine Mieter fanden, die den Ansprüchen der Stadt (hochwertige Markenwaren, Boutiquenmix, Elektronikriese, Bio-Supermarkt) genügten. Das ist auch gut so, denn die Kunden stimmen mit den Füßen ab und wer hat schon das Bedürfnis und die Kaufkraft, um regelmäßig in hochpreisigen Premiumläden einzukaufen? Von denen, die diesen Artikel lesen, wohl die wenigsten.

Erster Stadtrat Daniel Jung hielt mit der Verwaltung Kontakt zu dem potenziellen Investor, der sein Konzept für das „Bauna Center“ den städtischen Vorgaben entsprechend weiterentwickelte: Außengastronomie auf dem Europlatz, Schaffung zusätzlicher Parkplätze, Café an der Rudolf-Diesel-Straße, Märkte für Haushaltsartikel, aber keine Ramschläden. Wichtig war auch ein Wohnungsmix in den Obergeschossen.

Dem Vernehmen nach ist dieser beim neuen Bürgermeister abgeblitzt, als er das Konzept im Detail vorstellen wollte.

Daraufhin haben SPD und CDU das direkte Gespräch gesucht. Und das Konzept hatte es wirklich in sich: Im Tiefgeschoss werden ein kleiner Gastro-Bereich mit Tischen auf dem Europaplatz und ein angesagter Discounter entstehen. Auch im Erdgeschoss hat bereits ein Konzern Interesse angemeldet, der jeder Innenstadt gut zu Gesicht steht. Außerdem würde ein Café der gleichen Güteklasse einziehen. Auch wenn die Namen aus nachvollziehbaren Gründen derzeit noch nicht öffentlich genannt werden können, ist die Baunataler Wirtschaftsgemeinschaft bereits zu dem klaren Ergebnis gekommen, das Projekt zu unterstützen und als einen wichtigen Faktor für die Steigerung der Attraktivität des Einkaufzentrums zu erkennen.

Mit dem Neubau wird es am Standort auch in Zukunft ausreichend Parkplätze für die Kunden, Besucher und Bewohner der Innenstadt geben.

SPD und CDU wollen nicht warten, bis die Interessenten abspringen, sondern dass jetzt die Grundlagen geschaffen werden. Der Bürgermeister spricht von einer europaweiten Ausschreibung und einem Architektenwettbewerb. Wir verstehen den Sinn weder hinter dem einen noch dem anderen. Der Investor wird das Grundstück kaufen, so wie es ist, einschließlich des maroden Parkhauses. Allein dessen Abbruch könnte die Stadt kaum finanzieren. Stattdessen kann sie ihre Standards in einen städtebaulichen Vertrag einbringen und erhält ein attraktives Geschäftshaus ohne eigene Mittel einsetzen zu müssen.

Warum noch einen Wettbewerb? Will der Bürgermeister die Stadt selbst bauen lassen? Abgesehen davon, dass es dadurch erheblich verzögern würde und keinesfalls billiger würde: Woher soll das Geld stammen? Schon jetzt hat der Haushalt der kommenden beiden Jahre ein Defizit von über 50 Millionen Euro!

SPD und CDU wollen dem Projekt eine faire Chance geben und nicht erneut warten, bis alles zerredet ist. Um nicht mehr und nicht weniger geht es dabei. Die Wirtschaft und die Bürger sollen dabei natürlich mitgenommen werden. Der Bürgermeister täte gut daran, dem Beispiel der Wirtschaftsgemeinschaft Baunatal zu folgen.