30.03.2023 in Allgemein
Wenn die Sonne über den Langenbergen untergeht, zeigt der Schatten der Kirchturmspitze in Richtung auf ein Fachwerkgebäude, in welchem junge Familien Hilfe und Unterstützung finden. Früher befand sich in dem Gebäude eine Gastwirtschaft, ein Tanzsaal und die katholische Kirche. Heute finden dort Eltern mit Kindern eine geschützte Umgebung im Marie-Calm-Haus des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB).
Bereits Ende der 70er-Jahre war hier ein privat geführtes, familiennahes Kinderheim in dem fünf Heimkinder betreut wurden. Anfang der 90er-Jahre wurde das ‚Marie-Calm-Haus‘ als stationäre Jugendhilfeeinrichtung für Mutter und Kind gegründet.
Indes wurde 1996 die ASB Gesellschaft für soziale Einrichtungen Hessen mbH gegründet, eine Einrichtung für Betreutes Wohnen von Menschen mit geistiger Beeinträchtigung. Diese Leistung wird bis heute weitergeführt und wurde um den Bereich Hilfen zur Erziehung ergänzt. Im Jahr 2016 wurde letztlich das Marie-Calm-Haus vom ASB übernommen.
Die ASB Wohnen und Pflege GmbH, der das Marie-Calm-Haus im Bereich der zentralen Verwaltung angegliedert ist und deren Geschäftsführer Lars Peter den Ortsvereinsvorstand zu einem Besuch eingeladen hatte, hat weitere Einrichtungen in Guntershausen, Bad Emstal, Kassel, Lohfelden und in Südhessen.
Hier in Baunatal geht es um die Betreuung von Eltern mit Kleinkindern und Säuglingen, die in eigenen Wohnungen leben und dabei Unterstützung im Alltag benötigen. Im Landkreis Kassel gibt es keine vergleichbare Einrichtung.
12 Mitarbeitende sind im Einsatz, überwiegend mit Teilzeitstellen und darüber hinaus auch Praktikanten, die sich liebevoll um die bis zu 10 Personen kümmern, die das Marie-Calm-Haus gemäß der Betriebserlaubnis aufnehmen darf. Die Wohnungen sind jeweils ausgelegt für 1 Elternteil und 1 Kind. Eine Notfallwohnung muss vorgehalten werden. Der tatsächliche, aktuelle Bedarf ist höher. Daher wäre ein Ausbau sinnvoll. Auf dem Gelände besteht die Möglichkeit hierzu. Es steht aber derzeit nicht fest, ob es zu einer Erweiterung kommen wird.
Bedarf gibt es genug für solche Einrichtungen. Auslöser für eine Unterbringung sind in der Regel Überforderung in der Erziehung und in der Bewältigung des Alltags. Auftraggeber der Maßnahme sind die Jugendämter. Am Anfang wird eine schriftliche Vereinbarung über 2 Jahre in einem Hilfeplan (Ziele und Maßnahmen) getroffen. Dieser wird alle 6 Monate überprüft und ggf. überarbeitet.
Ein gewisses Maß an Selbständigkeit wird erwartet, da in der Nacht nur eine Rufbereitschaft vorhanden ist. Allgemein ist das Ziel, eine Stabilisierung der Eigenständigkeit zu erreichen.
Im Tagesablauf sind die Familien autark, es gibt aber viel individuelle Unterstützung bei den alltäglichen Abläufen. Beispiele: Ernährung, feste Abläufe, gemeinsames Mittagessen, Programm „Fit for Kids“, Umgang mit Geld, Behörden, Finanzangelegenheiten, Einkaufen, usw. Auch eine Schuldnerberatung wird vom Landkreis durchgeführt.
Über die bis zu 2 Jahre laufenden Maßnahmen hinaus ist in vielen Fällen Hilfe nötig, um die jungen Familien besser in den selbständigen Alltag zu integrieren.
Die Grundversorgung ist finanziell gesichert. Dennoch hat die Leitung des Hauses Ideen, für die Geld benötigt wird. Geldspenden (z.B. zu einem Zirkusprojekt) bzw. Sachspenden sind daher sehr willkommen. So wird aktuell z.B. ein neues Kinderspielhaus für den Garten gebraucht oder auch Kinderspielgeräte. Wer mithelfen will, kann sich auch ehrenamtlich einbringen.
Insgesamt war es wieder ein sehr gutes Gespräch mit intensivem Austausch. Wir haben viel über eine Einrichtung gelernt, an der wir immer mal wieder vorbei fahren, von der wir aber nicht mehr als die Fassade kannten. Es wurde vereinbart, in Verbindung zu bleiben.
26.03.2023 in Allgemein
Am Samstag, 25. März 2023 fand wieder die Aktion „Sauberhaftes Baunatal“ statt. Vereine, Einrichtungen und private Gruppen gingen „bewaffnet“ mit Müllbeuteln und Müllzangen los, um die Stadt von herumliegendem Müll zu befreien. Die SPD Großenritte war auch dieses Jahr wieder dabei. Wir hatten uns angemeldet, den Ortsrand zwischen Besser Straße und Ortseingang Niedenstein und das Holzbürgel selbst zu reinigen.
Am Treffpunkt stieß eine Bürgerin zu uns, die kein Mitglied unserer Partei ist, aber ihren Beitrag zu einer sauberen Landschaft leisten wollte und unserer Ankündigung in den Baunataler Nachrichten gefolgt ist. Über ihre Mithilfe haben wir uns sehr gefreut, nicht zuletzt weil uns krankheitsbedingt ein paar routinierte Hände ausgefallen waren,
Das Wetter war nicht so toll wie im vergangenen Jahr. Starker Wind und ein kurzer Regenschauer begleitete uns dieses Mal. Doch mit entsprechender Kleidung ausgestattet, ging es mit hoher Motivation los. Es war schnell festzustellen, dass viel weniger Müll an Wegerändern und Gebüschen lag als früher. Insbesondere kann beobachtet werden, dass kaum noch gefüllte Hundekotbeutel achtlos weggeworfen wurden. Dafür möchten wir den Hundebesitzern erst einmal danken und unser Lob aussprechen.
Dank gilt auch dem knappen Dutzend jungen Handballer des GSV Eintracht Baunatal, die sich das gleiche Areal ausgesucht hatten wie wir und die Reste aufklaubten, welche wir übersehen hatten. Dafür überließen wir ihnen gern das Wäldchen des Holzbürgels mit dem dichten Buschwerk, welches sich im Nachhinein als doch recht vermüllt erwies. Ihrem Engagement und der Akribie, mit der sie vorgegangen sind, zollen wir unseren hohen Respekt.
In anderthalb Stunden waren wir durch und verabschiedeten uns mit dem Wissen, dass der Bereich südlich von Großenritte wieder Müll frei ist.
09.03.2023 in Allgemein
Die Großenritter SPD 60Plus startet ins Jahr 2023 mit dem ersten Seniorennachmittag am Montag, 20. März 2023, ab 14 Uhr im Saal der Alten Schule. Reiner Heine wird aus seiner historischen Sammlung Dias vom alten Großenritte zeigen. Einmalige Einblicke in die örtliche Geschichte mit seltenen und historischen Fotos werden einen Blick zurück in längst vergangene Zeiten bieten. Wer erinnert sich noch an die Kleinbahn, die vom Großenritter Steinbruch entlang des des Trineweges bis zum Großenritte Bahnhof führte? Das Foto auf dem Plakat zeigt die Lokomotive mit einigen Loren auf der Rampe.
Kommen Sie und lassen Sie uns gemeinsam in Zeiten zurückversetzen, als die heutigen Senioren noch Kinder und Jugendliche waren.
Bringen Sie Zeit und Lust mit, längst Vergangenes noch einmal aufleben zu lassen und sich mit anderen darüber zu unterhalten. Für Kaffee und Kuchen sorgen wir. Aber bringen Sie bitte ein eigenes Gedeck mit.
09.03.2023 in Allgemein
Erneut wird in diesem Jahr zum Frühjahrsputz die Großenritter Flur von Müll und Unrat befreit. Die Großenritter SPD wird daran teilnahmen und die Fußwege nördlich des Holzbürgels reinigen. Treffpunkt ist am Samstag, 25. März am Feldweg nach dem Ortseingang von Niedenstein her um 10:30 Uhr.
03.03.2023 in Allgemein
Zu einem Gedankenaustausch über die Situation und die Zukunft der Altenpflege in Baunatal trafen sich die Ortsvereinsvorsitzenden Dagmar Leise und Robert Szeltner, sowie Reiner Heine mit dem Geschäftsführer des AGAPLESION GERTRUDENSTIFT, Bernhard Pammer und der Einrichtungsleiterin Kira Stickler. Letztere hatte eingeladen, sich vor Ort ein Bild im Gertrudenstift zu machen. Es war ein sehr gutes Gespräch mit vielen zum Teil nicht bekannten Informationen, die in politischen Planungen bedacht werden sollten.
Das (gefühlt schon immer) zu Großenritte gehörende Gertrudenstift hat eine sehr, sehr lange Tradition und wandelte sich von einer kleinen Diakonischen Pflegeeinrichtung zu einem modernen und renommierten Pflegeheim für Alte und Junge Pflege. Auch eine Kindertagesstätte und Betreutes Wohnen gehören zum Komplex, dadurch ergibt sich ein ausgezeichnetes Gesamtkonzept in einer reizvollen Umgebung. Ende des Jahres 2021 traten finanzielle Probleme auf und die damalige Geschäftsführung musste wegen mangelnder Liquidität einen Insolvenzantrag für die „Junge Pflege“ und das Gertrudenstift e.V stellen. Der christliche Gesundheitskonzern AGAPLESION übernahm das Altenzentrum zum 01.04.2022 und führt es als Agaplesion Gertrudenstift gGmbH weiter. Die Insolvenz für das Altersheim wurde am 01.04.2022 aufgehoben und die nur für die Tochtereinrichtung Junge Pflege abgewickelt. Das zugehörige Betreute Wohnen, sowie die KITA waren nie von der Insolvenz betroffen.
Das Konzept der „Jungen Pflege“ ist gut. Dennoch kann dieser Bereich noch nicht fortgeführt werden, es ist aber ein Vorhaben in Planung. Man konzentriert sich derzeit auf das Pflegeheim. Im Betreutet Wohnen sind derzeit 7 von 27 Wohnungen nicht belegt. Dies sind aber zur Vermietung ausgeschrieben und können kurzfristig bezogen werden.
Die Kommunen, soweit sie nicht Sozialhilfeträger sind, werden nicht an den Kosten der Pflege (Investitionskosten, Pflege-/Betreuungskosten und Verpflegung/Unterbringung) beteiligt. Die Pauschalen des Landeswohlfahrtverbundes reichen nicht, die Kosten einer menschenwürdigen Pflege zu decken. Darüber hinaus zahlen derzeit die Sozialämter ihre Leistungen schleppend und mit einer Wartezeit von 5 bis 8 Monaten.
Die Investitionskosten für ein behindertengerechtes Bauen übersteigen den Pauschalen Pflegesatz bei Weitem. Kostendeckend für eine qualitativ hochwertige und menschenwürdige Pflege mit gerechter Entlohnung 150.000,00 € pro Pflegeplatz. Pro Pflegeplatz werden bislang jedoch nur ca., 125.000,00 € erstattet, was dazu führt, dass Investitionen in zusätzliche Bauprojekte derzeit nicht vorgesehen sind. Diese Situation sollte politisch thematisiert werden, da immer mehr Pflegeplätze fehlen werden.
Zurzeit gibt es im AGAPLESION GERTRUDENSTIFT eine Auslastung von 58%. Es gibt einen behördlich angeordneten Belegungsstopp, der nach Möglichkeit ab 1.4. aufgehoben werden soll. Danach soll und muss der Pflegebetrieb / die Belegung wieder hochgefahren werden. Im Zuge des Insolvenzverfahrens fanden keine Entlassungen des bestehenden Personals statt. Dem Personal der Junge Pflege wurde angeboten durch AGAPLESION übernommen zu werden und in der Altenpflegeeinrichtung zu arbeiten. Zurzeit werden trotz des Aufnahmestopps mehr VK beschäftigt, als refinanziert werden. Notwendig für die Kostendeckung wären 98% Belegung.
Dem Pflegepersonal wird viel Einsatz und Leidenschaft abverlangt. Die gesetzlich verlangte Pflege-Dokumentation ist umfangreich. Ein Veränderungsprozess ist zurzeit am Laufen. Dennoch ist qualifiziertes und motiviertes Personal kaum zu bekommen. Zur Qualitätsverbesserung werden intern und extern Schulungen für das Personal geboten, die technische Ausstattung wurde verbessert und nach und nach werden AGAPLESION Strukturen und Prozesse implementiert.
Es wurde beiderseitig gewünscht, zyklisch weitere Austausche vorzunehmen.